Möhnesee-Schule

Das Projekt zum Schicksal der jüdischen Familie Meyerhoff in Körbecke

 
 
Eine besondere Entwicklung und Dynamik in dieser Zusammenarbeit erfährt seit den ersten Gesprächen im November 2019 auf Initiative von Frau Sommer das Thema "Jüdisches Leben in Körbecke" und der "Aufbau einer Erinnerungskultur".
Im Mittelpunkt steht das leidvolle Schicksal der jüdischen Körbecker Familie Meyerhoff während der Nazizeit.
 
Forschung, Dokumentation und Weitergabe der (neuen) Erkenntnisse sind die Ziele des anspruchsvollen Kooperationsthemas. Die Erforschung der Vergangenheit soll die heutige Generation - Jung und Alt - dauerhaft daran erinnern und motivieren, sich für unsere wertvolle Demokratie voll einzusetzen und sie weiter zu verbessern sowie "hellwach zu sein", so ein Zeitzeuge, damit sich die Entwicklung der Vergangenheit nie wiederholt.
Mit viel freiwilligem Engagement - auch in Corona- und Ferienzeiten - hat das Projektteam zusammen mit den Schüler*innen bereits zum jetzigen Zeitpunkt zahlreiche Projekt-Meilensteine erreicht, auch Neues und Überraschendes herausgefunden und wird zum Herbst/Winter erste Ergebnisse der Öffentlichkeit regional, bundesweit und international vorstellen.

 

 
Meilensteine des Projekts
 

Alle Schüler*innen des Entlass-Jahrgangs, des heutigen 10. und 7. Jahrgangs konnten vor den Sommerferien das leidvolle Schicksal der jüdischen Körbecker Familie Meyerhoff im Unterricht kennenlernen.

Etwa 25 Schüler*innen aus den Jahrgangsstufen 7-10 sind zurzeit in den Projektgruppen. Besonders aktiv ist bisher die Gruppe JugendPower-Club Körbecke.

Das Auffinden und Sichten von Literatur und anderen Projektmaterialien, das Auffinden von Zeitzeugen, die Auswertung von Zeitzeugenaussagen sowie das Aufsuchen historischer Orte des Projekts unter Beteiligung der SuS waren bisherige Meilensteine.

Frau Sommer gelang es, das letzte noch lebende Holocaust-Opfer der Körbecker Familie Meyerhoff (den Enkel von Max Meyerhoff) in den USA ausfinding zu machen.

Durch regelmäßige E-Mails und Videogespräche sind wir inzwischen in engem Kontakt mit dem 88-jährigen Enkel von Max Meyerhoff. Er ist ein Glücksfall für unser Projekt mit seiner unglaublichen, wertvollen Unterstützungsbereitschaft, mit seinen Briefen an die Schüler*innen und der Bereitstellung sehr vieler persönlicher Materialien aus dem Familienarchiv.

Eine Schülerin des 10. Jahrgangs startete in den Sommerferien mit der Übersetzung der Memoiren des Meyerhoff-Enkels und stellt die Ergebnisse den Schüler*innen vor.

Die erste Schüler*innen-Gruppe erhält durch Frau Sommer in den Ferien eine Einführung in die Arbeit des Gemeindearchivs.

Schüler*innen erleben in den Sommerferien den ersten historischen Rundgang durch Körbecke.

Schüler*innen bereiten einen Fragenkatalog an den Enkel von Max Meyerhoff für ein zeitnahes Videogespräch vor.

Das ganze Projektteam bereitet eine Gedenk- und Erinnerungsveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof Körbecke für den 9.11.2020 vor.

Das Projektteam plant für den Herbst/ Winter 2020 eine öffentliche Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürger, insbesondere auch für Jugendliche aus der Gemeinde Möhnesee und aus der Region.

Die Projektgruppe hat damit begonnen, eigene Ideen zu sammeln für die Umsetzung von "Stolpersteinen" und "Infotafeln" zu jüdischem Leben in Körbecke, auch für die Auswahl von Standorten und Motiven.

Auf dem jüdischen Friedhof soll eine Bank zum Verweilen und eine Infotafel aufgestellt werden, deren Gestaltung die SuS übernehmen. Über QR-Codes können Interessierte weitere Infos und Materialien abrufen.

Lehrkräfte für Kunst, Geschichte und Französisch unterstützen das Projekt.

Schüler*innen verschiedener Jahrgänge haben sich gemeldet, für wiederkehrende öffentliche Ausstellungen und für den Schulunterricht zentrale Szenen zum Schicksal der Familie Meyerhoff in mehreren Collagen mit eigenen Zeichnungen, historischen Fotos und persönlichen Kommentaren festzuhalten.

Erste Mittel für die Finanzierung sind über die Förderung durch "Bildungspartner NRW Archiv - Schule" beantragt.

In dem nachhaltigen Projekt sollen alle Materialien im Archiv, teilweise auch in der Schule bewahrt werden, um sie immer wieder in Veranstaltungen zu nutzen, um das Schicksal der Familie Meyerhoff zu einem festen Bestandteil der Erinnerung und des Lernens zu machen.

Das Projekt wird fortlaufend dokumentiert und soll nach Erreichen weiterer Meilensteine veröffentlicht werden, von Zeit zu Zeit auch aktualisiert und ggf. erweitert werden. Die Dokumentation soll bundesweiten und internationalen Institutionen zur Verfügung gestellt werden, die bereits Interesse bekundet haben.


Das Schicksal und Leid der jüdischen Familie Meyerhoff während der Nazizeit darf nie mehr vergessen werden. Die Bildungspartnerschaft von Archiv und Schule will bisheriges Wissen und neue Erkenntnisse zu einer Erinnerungskultur zusammenführen, aus der wir viel lernen können für die Gestaltung unserer Zukunft.
 
Alicia Sommer und Meinolf Padberg für die Bildungspartnerschaft Möhnesee-Archiv - Möhnesee-Schule.